Im Jahre 1909 gründeten ca. 20 turn- und sportbegeisterte Männer und Frauen die "Freie Turnerschaft Osterholz-Tenever”. Unter bescheidenen Verhältnissen wurde in Tanzsälen und auf Viehweiden Leibesübungen betrieben. Bereits im Jahre 1910 konnte man schon über eigene Geräte verfügen. Die Geldmittel wurden unter großen Opfern von den Turnern aufgebracht. 1910 wurde unter dem Vorturner Bernhard Wille eine Jugendabteilung gegründet. Bei Ausbruch des I. Weltkrieges 1914 umfaßte der Verein schon 80 Mitglieder. Der Turnbetrieb wurde in den letzten Kriegsjahren nicht mehr ausgeführt. Georg Schuhmacher als 1.Vorsitzender verteilte den Kassenbestand i.H. von 200 Mark an die Angehörigen eingezogener Mitglieder. Mit dem Erlös eines Sylvesterballes im Dezember 1918 wurde dann wieder der Grundstock zum Vereinsaufbau gelegt. 1921 wurden im Verein über 100 Mitglieder gezählt. 1923 trat der Spielmannszug zum ersten Mal an die Öffentlichkeit und beteiligten sich in den folgenden Jahren häufig an sportlichen Veranstaltungen. Neben dem Turnbetrieb wurde das Schlagballspiel eingeführt. Mit Genehmigung des Gemeinderates wurde auf dem Schulhof der Schule an der Osterholzer-Heerstraße geturnt und gespielt.
1925 wurde die Handballabteilung und ein Jahr später die Fußballabteilung gegründet. Nach dem politischen Umbruch 1933 wurde der Verein aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt. Zu dieser Zeit gehörten dem Verein etwa 150 Mitglieder an. Auch der damalige Nachbarverein "Turnverein Frei-Heil Ellen” wurde aufgelöst.
Am 14. Juni 1933 wurde der „Turn- und Sportverein Osterholz-Tenever” gegründet. Die meisten ehemaligen Mitglieder traten dem Verein bei. In den folgenden Jahren wurde mehr Hand- und Fußball gespielt, das Turnen ging leicht zurück. Vor allen Dingen fehlte eine geeignete Übungsstätte. Die Frauen waren zu dieser Zeit schon sehr aktiv und turnten unter einfachsten Bedingungen im Saal von Bierstedt (heute Shell-Tankstelle an der Kreuzung Osterh.-Heerstr./Otto-Brenner-Allee).
1936 wurde bereits eine Werbewoche veranstaltet und die Jugendförderung verstärkt, fast 80 Jugendliche gehörten dem Verein an. In diesem Jahr wurde auch im Frühjahr die erste „Blau-Weiße Nacht” gefeiert, ein Vereinsball der sich noch heute bei den Mitgliedern großer Beliebtheit erfreut. In diesem Jahr wurde auch das von der Gemeinde errichtete Umkleidehaus eingeweiht und der Sportplatz an der Osterholzer-Heerstraße eingezäunt. Die Mittel für die Waschanlage wurde von den Mitgliedern aufgebracht. Das Schlagballspiel war wieder zu starker Bedeutung gelangt und mit den Nachbarvereinen Arbergen und Mahndorf gehörte unser Verein zu den spielstärksten im norddeutschen Raum. Der Breitensport nahm in dieser Zeit bereits einen großen Platz ein.
Nach Ausbruch des II. Weltkrieges kam das Vereinsleben schnell zum Erliegen. Nach dem Kriege, am 4.11.1945, wurde im Saal von Bierstedt die „Sportgemeinschaft Osterholz-Tenever” gegründet. Wenige Zeit später konnte mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung die Neu-gründung des ”Turn- und Sportvereins Osterholz-Tenever” erfolgen. Heinz Hinners übernahm den Vorsitz, eine neue Satzung wurde erstellt, die Jugendabteilung fand großen Zuspruch und die Mitgliederzahl stieg im Jahre 1946 auf über 700 Mitglieder an, davon waren 400 Jugendlichen.
1952 ging der damalige Traum des Vereins in Erfüllung, eine voll ausgebaute Turnhalle zur Nutzung zu erhalten. Unter starker Mithilfe der Mitglieder war neben dem Sportplatz an der Osterholzer-Heerstraße. eine neue Turnhalle entstanden. Zur Einweihung war auch Bürgermeister Wilhelm Kaisen erschienen. Die Einweihung der Turnhalle wurde feierlich mit Ansprachen, Fahnen und Bogen-Reigen ausgeführt. Kinder nachmittags und Frauen abends belegten überwiegend die neue Halle, die Mitgliederzahlen stiegen an. Die Tischtennis-und die Badminton-Abt. wurden gegründet. Am 18. und 19. Juli 1953 wurde unter Beteiligung vieler Turner und Sportler die neue Vereinsfahne geweiht. Noch heute wird bei großen Sportfesten das Vereinsbanner von Heinz Otten getragen.
Der Spielbetrieb der Hand- und Fußballer nahm mit den Jahren immer mehr zu. Ein Sportplatz reichte nicht mehr aus. 1956 wurde die Schule im ”Ellener Feld” gebaut und auf diesem Sportplatz entwickelte sich ein reger Spielbetrieb. Unter Mithilfe der Mitglieder wurde dort ein Umkleideraum mit Duschen gebaut.
1956 gründeten 12 Mitglieder die Prellball-Abt. Noch heute nehmen die Männer am Punktspielbetrieb teil und bilden eine feste Gemeinschaft.
In den 60-ger Jahren wuchs der Verein auch aufgrund der regen Bautätigkeit weiter und hatte 1965 mehr als 1000 Mitglieder. Das Angebot im Verein wurde größer, Kleinkindergruppen im Turnen wurden eingerichtet, die Frauen-Gymnastikgruppen vergrößerten sich, die Fußball-Abt. umfaßte ca. 20 Mannschaften und der damalige stellv. Vorsitzende Johann Sengstacke setzte sich sehr stark für die Jugendarbeit ein.
1965 wurde die Judoabteilung gegründet und durch die rege Bautätigkeit in Osterholz kamen auch neue Turnhallen für Übungstunden hinzu.
Der Verein benötigte dringend eine Sporthalle, die allein den Mitgliedern und speziell den ballspielenden Abteilungen zur Verfügung stand. Dieser Wunsch wurde 1984/1985 realisiert, als im Schevemoor die Bezirkssportanlage entstand und der Verein mit großer finanzieller Beteiligung die Sporthalle baute. Mit dem Bau der Sporthalle wurde auch gleich eine Vereinsgaststätte gebaut. Seit 1994 bewirtet das Ehepaar Böttcher Sportler und Gäste. In den Räumen treffen sich die Mitglieder zum gemütlichen Beisammensein und schon viele sportliche und familiäre Ereignisse sind gefeiert worden. Die Vereinsgaststätte ist der gesellschaftliche Mittelpunkt des Vereins. Große Verdienste um den Bau erwarb sich unser Ehrenmitglied Johann Sengstacke, der bereits 1983 vom damaligen Sportsenator Henning Scherf mit dem vom Bundespräsidenten verliehenen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Mit dem Bau der BSA Schevemoor und den 7 Fußballplätzen trennte sich der Verein auch von dem Platz an der Osterholzer-Heerstraße.
Mit Bau des Teneverbades wurde 1975 eine Schwimmabteilung ins Leben gerufen, die gerade z.Z. große Erfolge feiert. Im Laufe der Jahre kamen dann noch eine Basketball- und eine Volleyball-Abt. hinzu. 1996 wurde eine Taekwondo-Abt. gegründet. Aus einem kleinen Stadtrandverein entwickelte sich im Laufe der Jahre ein moderner Turn-und Sportverein mit nunmehr 12 Abteilungen.
Seit 1990 ist jedoch ein rückläufiger Trend der Mitgliederzahlen zu verzeichnen. Jugendliche und Erwachsene orientieren sich in andere, nicht nur sportliche Richtungen, und kehren den Vereinen den Rücken. Schulturnhallen und Vereinsleben entsprechen nicht mehr den Wunschvorstellungen der Jugendlichen. Fernsehen, Internet und Computerei stehen immer mehr im Vordergrund, der Stellenwert des Sportes geht zurück. Vorstand und Abteilungsleitungen bemühen sich, den heute über 2000 Mitgliedern ein gutes Sportangebot zu unterbreiten und sowohl Jugendlichen wie Erwachsenen Spaß und Unterhaltung im Verein zu vermitteln. Seit 90 Jahren ist der Verein untrennbar mit der Entwicklung in Osterholz und Tenever verbunden und wird auch zukünftig eine große gesellschaftliche Rolle im Stadtteil spielen.
Die Integration von ausländischen Mitbürgern ist nicht einfach und der Verein ist auf die Hilfe der Politik angewiesen. Gesetzesänderungen und Finanzpolitik auf Landes- oder Bundesebene wirken sich belastend auf die Vereine auf. Es ist in der heutigen Zeit sehr schwierig, Personen für die ehrenamtliche Tätigkeit im Verein oder in den Abteilungen zu gewinnen. hs